Archiv | September, 2012

EIN HIMMEL VOLLER KABEL

17 Sep

Du stehst in Japan in irgend einer Strasse. Schau nach oben. Der Himmel ist in ein grafisches Muster unterteilt. Warum?

Alle Kabel, die du dir vorstellen kannst, hängen in der Luft. Strom, Telefon, Internet und was auch immer noch in einem Draht drin fliesst, schwingt in luftiger Höhe und prägt das Stadtbild, wie wenig Anderes.

Ich habe nachgefragt, wieso die Japaner die Leitungen nicht in den Boden vergraben, denn für mein Empfinden war dieser Kabelsalat am Himmel schon ein bisschen übertrieben. Die Antwort ist eine Einfache: «Weisst du wie unpraktisch das ist, wenn du wegen jeder Änderung ein Loch graben musst?» Und weiter: «Wenn durch ein Erdbeben alles verrutscht, dann zerreissen die Drähte und es wäre viel zu mühsam und schwierig, das dann so reparieren zu müssen»

Alles klar für die Schweizerin aus dem Schokoladenbergeland, wo die Erde höchstens mal ein kleinklein wenig rüttelt, dass wir  meistens seelig weiterschlafen.

Und wenn ich bedenke, wieviele Baustellen wir in der Stadt haben, wegen neuen-alten-kaputten Leitungen (ok, die Wasserleitungen sind auch in Japan vergraben) dann macht das Kabelgewimmel absolut Sinn.

Schau dir die Impressionen an und vielleicht geht es dir ja gleich wie mir. Schlussendlich haben diese Himmelsmuster sehr viel Charme und Stil und ich will sie ja nicht missen auf meiner Japanreise.